Jens Nerkamp über seine schwere Verletzung und seine Eindrücke von 2020



Dass dieses Jahr anders war als andere, will man gar nicht mehr hören. Alle hoffen jetzt auf 2021 und wenn möglich ein klein wenig “Normalität”. Zu Recht? Wir werden es sehen. Dennoch gibt es zum Ende des Jahres natürlich wie gewohnt Rückblicke auf 2020. Jens Nerkamp hat für die Vereinszeitung des Laufteams “In Aktion” sein Jahr eindrücklich zusammengefasst:

Das Jahr 2020 ist für uns alle anders verlaufen als wir zu Beginn angenommen haben. Ich habe nach meiner Marathonbestleistung in Berlin 2019 große Motivation gehabt, meine Leistung weiter zu steigern. Dafür bin ich zweimal ins Trainingslager gefahren, habe hart an meiner Form gearbeitet und konnte diese auch im Training schon ganz gut zeigen. Dann ist der Lockdown und dazu meine Verletzung im Kahnbein gekommen. Diese Situation ist komplett neu für mich gewesen, denn ich habe vorher noch nie eine so schwere Verletzung gehabt. Zum ersten Mal Krücken, zum ersten Mal so weit zurückgeworfen worden. Nicht nur körperlich, sondern auch mental ist das eine ganz schöne Herausforderung gewesen. Seit Ende Mai kann ich wieder laufen, aber kleine Folgeverletzungen bremsen mich immer wieder aus. Ohne meine großen Unterstützer von IMMOVATION, meine Eltern und auch Aufi (Winfried Aufenanger), wäre ich heute wahrscheinlich nicht mehr im Training.

Die rundum Behandlung bei Rehamed hat mir regelmäßiges Training ermöglicht und Ursachen aufgedeckt und behoben. Jetzt trainiere ich seit ein paar Wochen mit großem Umfang. Ich bin wieder in der Lage über 160 Wochenkilometer mit entsprechender Qualität zu absolvieren. Es macht nicht immer Spaß, aber ich weiß, wofür ich mich quäle. Sofern es 2021 möglich ist, möchte ich meine Bestzeiten über 10km und Halbmarathon verbessern und im Falle einer normalen Marathonveranstaltung im Herbst die Königsdistanz nochmal angreifen. Ich habe im Gefühl, dass meine jetzigen Leistungen noch nicht das Ende der Fahnenstange sind. Mit einem guten Team, mit bedingungsloser Hingabe und tollen Unterstützern ist noch etwas möglich.

Ich freue mich auf 2021, egal wie es aussehen wird. Ich wünsche euch allen ein besinnliches und ruhiges Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!

Euer Jens Nerkamp

Bei Instagram den Trainingsplan von Jens Nerkamp “live” mitverfolgen!

Kann man das sagen? Nerkamp hat aus der Not eine Tugend gemacht. Bei Instagram kann man als Fan seinen Weg zurück fast “hautnah” miterleben. Regelmäßig postet er dort von seinem Trainingsprogramm, seinen Höhen und auch manchen Tiefen. Langsam (langsam?) aber sicher findet er zurück zu alter Form. Ein ganz aktuelles Beispiel – eine Woche zum Niederknien!

A week to kneel down ‍

Ich bin kaputt und glücklich. Mein Trainingsplan hat mich in dieser Woche vor einige Herausforderungen gestellt und ich konnte eigentlich alle Vorgaben erfüllen und mit über 160 Gesamtkilometern eine weitere solide Woche abschließen. Die kommende Woche birgt neue Herausforderungen, wird aber insgesamt weniger umfangreich. Jetzt genieße ich erstmal die kurze Regenerationszeit, esse Kuchen und lasse es mir gut gehen. Ein tolles Gefühl, wenn man am Ende der Woche kaputt und zufrieden sein kann.


Wer sich für Laufen interessiert ist bei Jens Nerkamp richtig > www.instagram.com/jensnerkamp


Bildquelle: ©Image licensed by Ingram Image/adpic und Screenshot Instagram Jens Nerkamp