300 KM bis Silvester - Km 1763 - Das Coronamusical

Die Idee: 300 Laufkilometer in vier Wochen. Damit die 2000 Laufkilometer dieses Jahr noch voll werden. Schnapsidee? Klar! Warum? Damit ich in dieser seltsamen Zeit bei Verstand bleibe! Das ist nämlich im Augenblick nicht so ganz einfach.

Bei Tageslicht echt ne schön Ecke. Nur leider laufe ich zu früh am Tag:(


Samstag und Sonntag, 5. und 6. Dezember, Morgengrauen

Schneematsch. Toll! Aber das ist der erste Tag, da muss man sowas noch ausblenden können. Schön, dass die Salomon-Speedcross mal wieder aus dem Schrank kommen. 21 Kilometer werden es, bei 400 Höhenmetern. Und am Ende keine Schmerzen. Am Sonntag zählt vor allem eins: Ich will schnell genug weit genug weg von Zuhause, ohne Abkürzungsmöglichkeit. Denn schon wieder eineinhalb Stunden durchs nasskalte Nordhessen laufen, das reizt mich heute gar nicht. Das Wetter macht mir echt Freude. Zuhause wartet das Buchweizenfrühstück. Nach 18 Kilometern hab ichs mir verdient. Glaub ich. 

Buchweizenkasha. 140 Mio Russen können sich nicht irren!

Montag, 7. Dezember

Das Coronamusical

5:25 Uhr: Gähn, ich stehe vor der Haustür und staune: es regnet mal wieder. Wie schön! Heute ist Nordic-Walking angesagt. Da bleibt viel Zeit zum Grübeln, während der Blick im Kegel der Stirnlampe durch den Matsch wandert. Frage: Warum tue ich mir das an? Ach ja, wegen Coronafrust. Und um mich mal selbst zu überwinden. Überhaupt, Corona: Irgendwann wirds da wohl mal ein Musical drüber geben, wenn alles vorbei ist. Musicals sind in Deutschland ja voll der Trend. Kein Wunder: Corona soll ja auch die Geschmackssinne beeinträchtigen. Der Virus ist also nachweislich schon jahrelang unentdeckt unterwegs in Deutschland. Es wird alles vermusicelt, was nicht schnell genug eine Unterlassungsverfügung einreichen kann. Eins ist klar: Sollte ich jemals Prominent werden oder so, ich würde notariell verfügen, dass ich niemals in einem Musical verwurstet werden will. 

Die Ferres als Kanzlerin

Aber das Coronamusical wird kommen, so sicher wie der Impfstoff! Mit Veronica Ferres als Angela Merkel. Singen müßte freilich ein Double, die Fischer vielleicht. Die hat wenigstens die Stimme dazu, ist nur zu hübsch für die Rolle an sich. Regie könnte Guido Knopp führen, der Geschichtsonkel vom ZDF. Wenn der dann nicht schon selbst Geschichte ist. Till Schweiger könnte den Söder machen, endlich mal wieder ein Actionheld der erst schießt und dann fragt. Liegt dem Schweiger ohnehin besser als die ewigen Komödien. Und dann brauchen wir ne Menge Komparsen. Die wahren Helden. Die einfach nur rumliegen und nichts tun, so wie im offiziellen Heldenvideo der Bundesregierung. Die Eintrittskarten kann dann der Maschmeier in der Höhle der Löwen verticken. Wenns ein Draufleger wird, was ich nicht glaube, kann er das sicher einem seiner Investorenfreunde unterschieben. 

Was einem so durch den Kopf geht, wenn man durch die Nacht stakst. Sieht so aus, als verliere ich doch langsam den Verstand.

Dienstag, 8. Dezember - Finster im Kopf

Was ist schlimmer? Die Dunkelheit draußen, oder die im Kopf? Das böse Wort mit A kommt seit Gestern wieder auf. Nein, nicht Asyl. Auch nicht AfD. Sondern Ausgangssperre. Auch ein Leben ohne Fernseher und Radio verschont dich nicht vor solchen Nachrichten, es ist zum ausrasten. Wenn ich Handwerker wäre oder Gastwirt, oder Hotelier, ich würde wahnsinnig! Mein eigenes Geschäft läuft immer noch, der Kundenkontakt ausschließlich digital. Sorgen müsste ich mir keine machen. Und doch tue ich es. Ich renne mir in der Dunkelheit die Finsternis aus dem Kopf. Bis es dämmert. Draußen wie drinnen. Es ist nur eine Lösung auf Zeit. 17 Kilometer, autsch!

 

Euer Olaf

Kopf hoch und durch, vor allem mit Bewegung. Denn Ihr wisst ja: