300 Km bis Silvester - KM 1950 - Vegane Blutegel

Noch 50 Kilometer, dann sind die 2000 Jahreslaufkilometer voll. Seit Anfang Dezember bin ich über 250 Kilometer gelaufen. Es war ein Test. Und eine Erfahrung. Denn diese Umfänge bin ich nicht gewohnt. Inzwischen schmerzen die Knochen, Verletzungen könnten die Folge sein. Eine Blutegeltherapie könnte der Ausweg sein. Auch für mich als (fast)Vegetarier?


Der Läufer trägt Prada

Samstag, 19. Dezember

Am Auestadion stehe ich und kann mich noch gut an den letzten Kassel-Marathon erinnern. 2019 bin ich ohne große Vorbereitung die ganze Strecke gelaufen. Heute will ich über die Söhre bis nach Melsungen, meine Lieblingsstrecke. Das Wetter passt, die Knie schmerzen. Was solls. Am Ende werden es 28 Kilometer und die Gewissheit, dass nun wirklich die Reserveleuchte brennt. Aber solange nichts ernsthaft kaputt ist, kein Problem. Nur ständige Müdigkeit macht mir zu schaffen. Noch 81 Kilometer bis zur magischen 2000-er Grenze. 

Verletzungen vermeiden, aber wie?

Letztens las ich über Jens Nerkamps Verletzungen, und das er inzwischen wieder 160 Kilometer pro Woche läuft. Unglaublich! Ich komme auf 90 bis 100 in den letzten Wochen. Aber weder Muskeln noch Gelenke würden 120 oder gar 160 Kilometer verkraften. Verletzungen wären bei mir vorprogrammiert.

Gegen manche Entzündungen in Gelenken sollen ja Blutegel ganz gut helfen, hab ich gehört. 

Darf ich als Vegetarier Blutegel benutzen?

Als (beinahe-)Vegetarier stellt sich die Frage: Darf ich, um meine Schmerzen zu mindern, einem Blutegel welche zufügen? Immerhin stirbt das Tier ja nach der Behandlung. Allerdings stribt es eines natürlichen Todes, im eigenen Zuhause sozusagen. Wenn ihm das Blut ausgeht. Eigentlich ja ein schöner Tod. So gesehen tue ich dem Tier ja nichts böses. Im Gegenteil. Wenn der Blutegel jetzt verhungern muss, das ist dann wirklich mal schlimm. Haben Blutegel eigentlich Familie? Von denen sie sich verabschieden? So, ich geh mal kurz was Essen.... auf die Art?

An welchem Ende der Nahrungskette ist man Vegetarier?

Vegetarisch zu leben betrifft also nicht nur die Ernährung. Es ist wirklich nicht so leicht! Allerdings esse ich den Blutegel ja nicht. Er isst mich. Ein bisserl von mir zumindest. Als Blutwurst. Darf ich als Vegetarier eigentlich gefressen werden und bin dann trotzdem noch Vegetarier? Oder ist Vegetarismus nur an meinem Ende der Nahrungsketten bindend? Schwierige Frage. Alles nicht so einfach. 

Mit Humor geht alles besser

Sicher sollte ich das nicht so eng sehen. Alles nicht so ernst nehmen. Mal über mich selbst lachen. Gerade heute, wo Corona und die Maßnahmen der Politik uns zusetzen und verunsichern, ist das wichtig. Irgendwo hab ich mal gelesen, das meiste Unglück habe seine Ursache in dem Glauben, man sei der Mittelpunkt des Universums. Da ist was dran. Und dieser kleine Trick hilft mir sehr, wenn ich mal wieder wütend werde, weil meine Lieblingssauna schließen mußte. Die Erde dreht sich weiter um die Sonne, ob ich in der Sauna war, oder nicht. Durchhalten ist die Parole, wie beim Laufen. Auch wenns weh tut.

Ende gut, alles gut

An dieser Stelle, noch 50 Kilometer bis zur 2000-er Marke, sage ich danke fürs Lesen und bis nächstes Jahr. Die restlichen 50 Kilometer schaff ich schon irgendwie, außerdem gehen mir langsam die Ideen für die Texte aus:) Habt ein paar erholsame Feiertage und kommt gut in ein "gesundes" neues Jahr 2021 (im wahrsten Sinne des Wortes!).

Viele schmerzfreie Laufkilometer wünscht Euch Olaf

Und haltet Körper und Geist aufrecht, denn auch 2021 gilt: