Frankfurt Half Marathon Invitational: Melat Kejeta überzeugende Siegerin – Philipp Stuckhardt mit persönlicher Bestzeit

Halbmarathon Frankfurt

Bildquelle: Halbmarathon Frankfurt: Eigenes Foto, Hintergundbild: ©Image licensed by Ingram Image/adpic

 

Melat Kejeta vom Laufteam Kassel e.V. hat in überzeugender Manier den Frankfurt Half Marathon Invitational gewonnen. Sie lief das Rennen in 69:04 Min und erfüllte damit die Norm für die Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Polen. Vereinskollege Philipp Stuckhardt lief mit hervorragenden 67:59 Min eine neue persönliche Bestzeit. Er landete nur einen Rang hinter der deutschen Marathon-Legende Arne Gabius. 

Das Rennen am 13. September 2020 wurde vom Organisationsteam des Mainova Frankfurt Marathon um Race Direktor Jo Schindler und dem Berliner Athleten-Manager Christoph Kopp veranstaltet. An dem Rennen nahmen gut 30 Athletinnen und Athleten teil. Es war ausschließlich in Deutschland lebenden Topläufern vorbehalten. Auf der Starter-Liste fanden sich dementsprechend bei den Männern unter anderen der deutsche Marathon-Rekordler Arne Gabius, der deutsche Marathon-Meister Tom Gröschel sowie Amanal Petros, der das Rennen letztlich klar gewann – und bei den Frauen neben Melat Kejeta, Miriam Dattke und Katharina Steinruck.

Der “überraschende Elite-Halbmarathon”, wie die Runner’s World titelte, fand aufgrund der Corona-Pandemie mehr oder weniger unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Für das Rennen hatten die Veranstalter eine Drei-Kilometer-Rundstrecke auf dem Gelände der Messe Frankfurt ausgewählt. “Das Messegelände ist durch einen Zaun komplett abgeschlossen. Das ist für uns der ideale Ort, um unter den derzeitigen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie sicher veranstalten zu können und dabei auch das Problem zu lösen, dass wir zurzeit leider keine Zuschauer zulassen dürfen”, erklärte Renndirektor Jo Schindler.

Melat Yisak Kejeta überzeugende Siegerin

Das Rennen war für Melat Yisak Kejeta von großer Bedeutung: denn der Frankfurt Half Marathon Invitational” war ein Qualifikationslauf für die Halbmarathon-Weltmeisterschaften am 17. Oktober im polnischen Gdynia. Melat Yisak Kejeta hatte sich zuvor mit Unterstützung des Sponsors IMMOVATION AG in St. Moritz in der Schweiz bei einem 30-tägigen Höhentrainingslager intensiv vorbereitet. Sie fuhr als klare Favoritin nach Frankfurt und wurde dieser Rolle auch überzeugend gerecht. Sie bestimmte das Rennen von Anfang an. Bereits nach der ersten Runde hatte sie einen Vorsprung von rund 30 Sekunden auf Katharina Steinruck und Miriam Dattke herausgelaufen. Zu Beginn wurde sie von Philipp Stuckhardt vom Laufteam Kassel unterstützt. Doch nach Kilometer 10 drehte sie ihre Runden ohne Begleiter. Ins Ziel kam sie mit hervorragenden 69:04 Min, nur neun Sekunden langsamer als bei ihrer Bestzeit (68:56 Min) in Ras Al Kaimah im Februar 2020. 

Blick nach vorne auf die WM in Polen

Kejeta: „Ich wollte eigentlich eine persönliche Bestzeit laufen, bin aber zufrieden, denn ich war lange alleine unterwegs. Auf den letzten zwei Runden hatte ich ein bisschen Probleme mit dem Wind. Aber ich bin zufrieden für die WM und werde dort mein Bestes geben.“ Trainer Winfried Aufenanger wagte eine Prognose für die WM in Polen: „Eine Platzierung in den Top 15 ist möglich, wobei man natürlich noch abwarten muss, wer letztendlich am Start steht. Mittelfristig ist der deutsche Rekord (67:58 Min) ein Ziel.“

Lars Bergmann, Vorstand der IMMOVATION AG, war selbst vor Ort, um seine gesponsorten Favoriten vom Laufteam Kassel anzufeuern. „Als Läufer in Coronazeiten weiß ich aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, sich ohne Publikum zu Bestleistungen zu motivieren. Daher bin ich mehr als zufrieden mit der Leistung von Melat, die bei ihrem ersten Lauf nach Monaten ohne echten Wettkampf wieder einmal gezeigt hat, dass sie zur Spitze der deutschen Läuferinnen zählt. Ich freue mich schon jetzt auf ihre Teilnahme an der Halbmarathon-WM in Polen. Ich drücke ihr beide Daumen für einen weiteren Erfolg.“

Philipp Stuckhardt mit persönlicher Bestzeit beim Frankfurt Half Marathon Invitational!

Auch Philipp Stuckhardt ging mit sehr guten Empfehlungen ins Rennen. Mit großem Vorsprung gewann er vor einem Jahr den Halbmarathon beim EAM Kassel Marathon in persönlicher Bestleistung von 68:20 Min! Und auch aktuell läuft er von Erfolg zu Erfolg. Für das Rennen in Frankfurt visierte er selbstbewusst eine persönliche Bestzeit an: “Ich werde am 13. September in Frankfurt meine Halbmarathonbestzeit angreifen!” Gesagt, getan: Philipp Stuckhardt kam mit 67:59 Min ins Ziel. Damit lag er im Gesamtklassement nur einen Platz hinter Arne Gabius, der jedoch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Philipp Stuckhardt hat sich damit in der erweiterten Deutschen Spitze etabliert. Lars Bergmann war voll des Lobes: “Ich bin begeistert über die Entwicklung von Philipp Stuckhardt. Mit seiner Erfolgsserie in diesem Jahr ist er ohne Zweifel ein weiteres echtes Talent des Laufteams Kassel. Ich bin überzeugt, dass Stuckhardt uns künftig weiter mit seinen außergewöhnlichen Leistungen beeindrucken wird.”

Drama um Sandra Morchner

Bisher konnte nichts und niemand Sandra Morchner stoppen: vor fast genau einem Jahr, am 15. 09. 2019 stand sie bei den Europameisterschaften der Senioren in Venetien ganz oben auf dem Treppchen: Sie erzielte eine hervorragende Zeit von 1:17:13 min, damit war sie die schnellste Seniorin und neue Europameisterin W45! Noch Anfang 2020 verbesserte sie ihren eigenen Deutschen Rekord im Halbmarathon W 45 von 1.17.11 h auf 1.16.02 h.

Für das Rennen in Frankfurt hatte sie ein klares Ziel vor Augen: Persönliche Bestzeit. Zunächst lag sie vielversprechend im Rennen. Mit Kurs auf neue deutsche Bestzeit! Doch dann kam sie bei Kilometer 10 mit einer weiteren Läuferin von der Strecke ab und musste das Rennen danach abbrechen. Natürlich war sie mehr als enttäuscht. Winfried Aufenanger munterte die erfolgverwöhnte Läuferin auf: „Kopf hoch Sandra, beim nächsten Rennen läuft es wieder rund!“

Auch Lars Bergmann fand tröstende Worte: „Das ist für Sandra einfach unglücklich gelaufen. Das hat aber mit ihrer läuferischen Leistung nichts zu tun. Den Veranstaltern gebührt ein großes Lob für ihr Engagement diesen Lauf unter den aktuellen Bedingungen überhaupt ermöglicht zu haben. Für die nächsten Rennen können wir daraus lernen, dass es bei der Streckenmarkierung noch Potenzial für Verbesserungen gibt: Die Teilnehmer müssen sich an jeder Stelle der Strecke eindeutig orientieren können. Sandra fieberte dem Wettbewerb entgegen und freute sich riesig darauf, wieder eine Bestleistung zu zeigen, daher war ihre Enttäuschung natürlich groß. Ich bin aber sicher, dass sie bei ihren nächsten Wettbewerben wieder zeigen kann, dass sie ihren Ruf als „Altersklassenkönigin“ zu verteidigen weiß.“