Kaukasusabenteuer Teil 5 - Garri Kasparow


Garri Kasparow und Tigran Petrosjan sind Schachweltmeister, und Armenier, wenn auch aktuell ohne armenischen Pass. Der neue armenische Star der Schachwelt heißt Lewon Aronjan und der ist zumindest schon mal Großmeister und maßgeblich am armenischen Mannschaftsweltmeistertitel beteiligt.
Platz für 3000 Gläubige, zentrale Kathedrale in Jerewan

Schach

Schach hat in Armenien eine besondere Stellung. Denn während bei uns schon mal diskutiert wird ob Kinder ihre Smartphones im Unterricht anlassen dürfen, steht in Armenien Konzentration und Fokus auf dem Lehrplan: Schach ist Schulfach.
Wundere dich also nicht, wenn dir in Armenien Schach auf Schritt und Tritt begegnet. Insbesondere bei einem unbedingten Besuch der Vernissage, des Kunstgewerbemarktes in Jerewan. Dieser findet nahezu täglich statt und ist für Liebhaber echter Handwerkskunst ein Muss. Der Markt ist etwa so groß wie ein Fußballfeld und was man hier vergeblich sucht sind die bei uns vorherrschenden asiatischen Trödelhändler die Billigtextilien verkaufen.

Richtig gute Kunst

Die Vernissage überrascht mit wirklich guten Gemälden oder Zeichnungen, Schnitzarbeiten – natürlich Schachspielen in unzähligen Variationen, Glaskunst, Keramik, Schmuck und was auch immer. Natürlich ist viel Kitsch dabei, aber auch eine gewaltige Auswahl an wirklich schönen Sachen. Und da die Einkommen in Armenien sehr, sehr niedrig sind, kann man hier echte Souvenirs, keinen Schrott, für annehmbares Geld erwerben. Bei unserem nächsten Besuch steht für mich ein Schachspiel auf der Wunschliste!
Achtung beim Getränkekauf, in den Wasserfalschen ist Selbstgebrannter

Gewürze Markthalle Jerewan

Rauchen an der Fleischtheke

Überhaupt: Märkte! Es gibt in Jerewan diverse Märkte und vor allem auch noch echte Markthallen in denen alle Produkte frisch vom Bauern direkt verkauft werden. Die größte Markthalle ist einen schönen Spaziergang von unserem Hotel entfernt und ein Augenschmaus. Die Farbpracht an Gewürzen und Trockenobst, Gemüse und Getränken ist erdrückend. Wir kaufen Käse, der uns bis Georgien begleiten soll und decken uns mit etwas Trockenobst ein. Tabakwaren gibt’s natürlich auch. Rauchen ist aus Armenien nicht wegzudenken. Es wird nahezu immer und überall gequalmt. Selbst die Metzger hinter ihren Fleischtheken ziehen genüsslich an ihren Kippen.

Tabak ist die zweite Religion in Armenien, auch hinter der Fleischtheke

Alles echt

Das hier ist authentisch, das hier ist ein Markt für die Menschen die hier leben, kein für Touristen aus dem Boden geschossenes Schmierentheater. Orte wie dieser Markt oder der Kunstgewerbemarkt Vernissage sind so echt und unverfälscht wie jeder Kreuzstein in diesem Land. Sicher, die Armenier würden sich über mehr Touristen freuen. Doch dazu fehlt ihnen etwas: Ein Hafen. In Armenien legen keine Kreuzfahrtschiffe an. Das einzige Schiff, das je in Sichtweite anlegte, war Noahs Arche. Und dem sind danach alle Passagiere fortgelaufen. So ist dieser Bauernmarkt genau das, was er ist. Ein Abbild der Realität, kein Kostümball auf dem Plunder Made in China verkauft wird. Wir kaufen Käse und genießen die Stimmung.

Vorfreude auf Georgien

Morgen steht eine Wanderung auf dem Programm und übermorgen fahren wir mit der Bahn hinüber in Georgiens Hauptstatt Tbilissi. Auf die Fahrt freuen wir uns schon sehr. Wir haben erster Klasse gebucht und sind gespannt auf das, was uns erwartet. Aber: Andere Länder, andere Sitten. Das wird sich für Andrea beim Gang auf die Waggontoilette in einer harschen Kontrolle durch die Polizei äußern. Dazu aber mehr beim nächsten Mal.

Wir sehen uns (irgendwann) beim Nordhessencup

Olaf