Du läufst und läufst und läufst ... und nimmst trotzdem nicht ab? Eine neue Studie erklärt, warum das so ist



Wer durch Sport abnehmen will, kennt das Phänomen vielleicht: Man verliert nicht so viel Gewicht, wie erwartet, bzw. erhofft. Eine neue Studie unter der Leitung von Dr. Corby Martin und Tim Church zeigt, warum das so ist. Was ist der Hauptgrund dafür? Es klingt irgendwie banal: Langfristig führt jede körperliche Aktivität einfach dazu, dass wir mehr essen, erläutert Dr. Martin der Leiter der Studie. An diesem Punkt muss man ansetzen ...

Beim Sport verbrennen wir natürlich mehr Kalorien als sonst. Rechnet man das hoch, entsteht ein bestimmter "Erwartungswert", das ist der Wert, den man theoretisch an Gewicht verlieren sollte. Dementgegen stehen die tatsächlichen Zahlen, also das Gewicht, das man schließlich tatsächlich verloren hat. Die Differenz zwischen den beiden Werten nennt man "Kompensation". Die Kompensation ist seit vielen Jahren ein Forschungsschwerpunkt. Frühere Studien haben ergeben, dass Bewegung nur zu etwa 40 Prozent der erwarteten Gewichtsabnahme führt.

Drei Vergleichsgruppen

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie ist, dass der Grund für die Kompensation (also die geringe als erwartete Abnahme) schlicht eine erhöhte Nahrungsaufnahme ist. Das zeigte sich in diversen Vergleichsgruppen: Es gab drei Gruppen: Gruppe 1 absolvierte wöchentlich ca 1,5 Stunden Cardio-Training - Ziel war dabei, 8 Kalorien je Kilogramm des Körpergewichts zu verbrennen. Gruppe 2 hatte ein intensiveres Programm: sie sollte auf 20 Kalorien pro Kilo kommen, das waren ca. 3 Stunden Training. Gruppe 3 änderten ihre Aktivitäten gar nicht. 

Nach sechs Monaten zeigte sich ein erstaunliches Ergebnis: Trotz Sport hatten die Testpersonen sehr viel weniger (bis zu 90%) Gewicht verloren, als man erwarten sollte. 

Wer abnehmen will darf das Gesamtbild nicht aus den Augen verlieren

Im Grunde ist recht einfach: Wer abnehmen will, braucht ein "Kaloriendefizit". Mit anderen Worten: Man muss mehr verbrennen als man zu sich nimmt. Wenn man nach intensiven Sport seinen Gelüsten frönt, und mehr isst, dann sind die positiven Effekte schnell dahin. "Diese Steigerung summiert sich im Laufe der Zeit und verringert den Effekt, den kalorienverbrennendes Training auf das Körpergewicht hat", erklärt der Leiter der Studie.

Sport allein reicht nicht

Sport machen allein, das reicht also (natürlich) nicht. Wichtig ist, sich zugleich auf die richtige Ernährung zu konzentrieren. Nur zusammen erreicht man was. Ist das sehr überraschend? Dr. Martin: "Wenn eine signifikante Gewichtsabnahme das Ziel ist, ist es am besten, ein gesundes Ernährungs- und Bewegungsprogramm unter der Leitung eines Arztes zu verfolgen." Wenn Sie durch Sport bereits Gewicht verloren haben, ist es wichtig, weiter darauf zu achten, was Sie essen - das ist ein wichtiger Punkt, um das Ziel zu erreichen. Und dann hilft viel Bewegung langfristig Gewicht zu verlieren, fügte Dr. Martin hinzu.


Dieser Text basiert auf einer (englischsprachigen) Pressemeldung zu der Studie; Bild: "©Markus Mainka/ Fotolia.com"