Im Land der Shqiptare - Der Reisebericht, immer Sonntags





Ein Land, kaum mehr als zwei Flugstunden entfernt, und es liegt doch in einer anderen Galaxie. Wer kennt schon Albanien? All die Krisen und Kriege die unser Bewusstsein streifen, sie sind uns so nah: Ukraine, Georgien, Türkei, Griechenland, Italien. Länder und Völker, noch ferner, erreichen uns täglich. Und Albanien? Nach der letzten Fussball-EM tauchte Albanien wieder ins Nirwana ab.

Versunken wie Atlantis

Allenfalls denken wir an Clans, an Gewalt, an Waffen. Vielleicht, sofern wir uns so tief herablassen, wissen wir, dass hinter den Inselparadiesen Kroatiens auch noch andere Balkanländer liegen könnten. Aber es sind Länder wie aus einer Saga: Unwirtlich, nur unter großen Mühen zu erreichen, mit Gefahren und Not zur Genüge ausgerüstet, ohne Lockungen, ohne Verheißungen.




Abgelegen, unwirtlich, arm - Vorurteile über Albanien

Albanien hat keine Lobby

Und wir vergessen also Albanien. Wer in den gängigen Onlinezeitungen mal den Suchbegriff Albanien eingibt, der hat eine erstaunlich geringe Trefferquote. Unter FAZ.net finden sich ein paar Artikel über Pflegeheime die albanische Kräfte einsetzen, über das Kosovo, jedoch kein einziger Artikel über das Land an sich. Warum? Gibt es denn so wenig in Albanien, über das es lohnt zu schreiben?


Schule in Theth - auch im Winter unbeheizt

Das vergessene Kleinod Europas

Das Gegenteil ist der Fall: Albanien steckt voller Überraschungen, voller Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft. Albanien dürfte das Sehnsuchtsland aller Trekkingurlauber sein, wohl nirgends in Europa kann man so nah an Natur und Menschen einfach nur wandern. Noch verschont von den großen Hotelketten, finden Reisende im Gebirge oft nur einfachste Unterkünfte aber unfassbare Gastfreundschaft.








Die letzten unberührten Flussläufe Europas findest du in Albanien, historische Ausgrabungen in gewaltigem Umfang, Selbstgebrannten der dir zu Herzen geht, Lieder die dir in die Beine gehen. Wir liefen durch Eichenwälder aus vergangenen Epochen, schwammen unter Wasserfällen und rannten vor Hütehunden davon. Wir staunten über Wandmalereien in Klöstern und tranken köstliches albanisches Bier. Wir tanzten mit Busfahrern und badeten im Meer.



Orthodox, katholisch, muslimisch - Albanien ist alles, und es funktioniert

Zehn Wochen, immer Sonntags

In den kommenden 10 Sonntagen werde ich an dieser Stelle unseren Reisebericht über Albanien online stellen. Aber halt, das ist nicht ganz richtig: Ich werde an dieser Stelle jeden Sonntag unsere Liebeserklärung an Albanien schreiben. Nach unserer Sommertour 2015, reisten wir im vergangenen Herbst durch den Süden des Landes. Eine Wanderung zwischen Berggipfeln und Adria, zwischen Flussläufen und Altstadtcharme, zwischen Gästehaus mit Familienanschluss und Viersternehotel mit Meerblick.

Liebeserklärung ans Land und die Shqiptare

Laufe einen Tag durchs Hochland, und du wird das Land mögen. Wandere eine Woche durchs Gebirge, und du wirst ein Freund Albaniens sein. Reise zwei Wochen durch das Land, und du wirst ohne Rettung verliebt sein!
Albanien, das ist kein Land, das ist eine Einstellung. Als wir 2015 im Norden des Landes unterwegs waren, fragten wir einen Schafhirten nach seiner Religion: Bist du Muslim oder Katholik? Seine Antwort: Shqiptare! - Ich bin Albaner!




Traumland für Wanderer

Danke!

Mein besonderer Dank für diese Reise gilt meiner Frau, die sich mit ihrer Reiseidee durchgesetzt hat, und vor allem unseren Mitreisenden: Leute, ohne Euch alle wäre es nicht dieses grandiose Erlebnis geworden, das wir hatten! Und natürlich an Mario, den besten Reiseleiter überhaupt. Mario, wir kennten Dich schon aus unserer Tour 2015, aber hier hast Du Dich selbst übertroffen! Vielen Dank für alles!




Tour 2018




Ich hoffe, Ihr findet Freude an dem Bericht und den Bildern.




Eine schöne Woche wünscht Euch Olaf