Sport und Weltgeschichte


Foto: S.Hofschläger pixelio.de 

Wie anders wäre die Weltgeschichte verlaufen, hätten die bestimmenden Personen sich lieber mit Sport als mit Politik beschäftigt? Ein paar Beispiele fürs Sommerloch:


Körper, Kulte und Krawalle

Beginnen wir mit einigen eher unrühmlichen Figuren: Wladimir Iljitsch Uljanov, bekannt unter dem Pseudonym Lenin, war ein genialer Schachspieler, begeisterter Eisläufer und ein leidenschaftlicher Wanderer, der bei seinen Genossen für seine Ausdauer gefürchtet war. Zumindest das Schachspiel gab er später völlig auf, um sich ganz der Revolution zu widmen. Dem Bauernopfer ist er jedoch treu geblieben, die Landbevölkerung hatte auch unter seiner Regierung wenig zu beißen. Wandern und Eislauf musste auf die wenigen Urlaube beschränkt bleiben, und so wurde Lenin nicht gerade sehr alt. Schade, denn sein Nachfolger war leider ein noch größerer Verbrecher als er selbst.

Mao Zedong liebte es, sich mit eiskaltem Wasser zu waschen. Er schwamm noch gerne im November durch reißende Flüsse. Und als in der KP Chinas Gerüchte über seine körperliche Verfassung aufkamen, schwamm er demonstrativ im Yangtse, woraus später eine Art kommunistische Massenbadebewegung entstanden ist. Schwimmen war überhaupt Maos Leidenschaft. Er ließ sich ein eigenes Schwimmbad bauen in dem er dann im Alter auch wohnte. Im Grunde ist später ja der ganze Kommunismus baden gegangen.

Unter den lebenden Personen der Weltgeschichte sticht ganz klar Wladimir Putin als Sportskanone heraus. Der Mann ist als Judoka durchaus eine Nummer und lässt sich zudem regelmäßig in maskulinen Posen bei sportlichen (oder ähnlichen) Aktivitäten ablichten, gerne oben ohne. Wären die anderen Staatschefs beim letzten G-20 Gipfel in Hamburg Putins Beispiel gefolgt, dann hätte die Rote Flora vielleicht aus Mitleid die Krawalle abgesagt.

Pferde, Tabak und Promille

Zu Zeiten Otto von Bismarcks war Sport ja noch kein Thema. Der Landjunker von damals jedoch musste passabel reiten können, und auch das ist ja eine sportliche Betätigung. Bismarck selbst dürfte ein brauchbarer Reiter gewesen sein, da er an zahlreichen Jagdveranstaltungen teilnahm, die jedoch oft in argen Zechgelagen ausklangen. Damals war Trinkfestigkeit wohl höher angesehen als ein Sieg in einem Wettlauf. Nun ja, die eigentliche sportliche Tätigkeit haben ja auch eher die Pferde erbracht.

No sports, soll Winston Churchill auf die Frage eines Journalisten geantwortet haben, wie er als Zigarrenraucher und Liebhaber von Whisky und Schampus so alt werden konnte. Nun war Churchill immer schon eine Ikone des zugespitzten Ausdrucks, und der Ausspruch nur Beweis seines sprachgewaltigen Talentes. In seiner Jugend nämlich war Churchill ein passabler Fechter und Reiter, spielte sogar Polo. Einem Freund schrieb er, keine im Sattel verbrachte Stunde sein eine verlorene. Wie viele seiner Freunde gab Churchill als junger Mann all sein Geld dafür aus, Pferde zu mieten um zu reiten.

Vorbilder gesucht

Bekanntermaßen joggte Bill Clinton gerne rund ums weiße Haus und Joschka Fischer schaffte es unter Anleitung von Herbert Steffny sogar bis zum Marathon. Unter den aktiven Politikern sind die beiden aber scheinbar Ausnahmen, Sport scheint im Politzirkus heute nicht die Regel zu sein (Herr Putin bestätigt diese). Und auch Clinton entdeckte später seine Liebe zu Zigarren und Fischer hat sein Kampfgewicht aus seiner Zeit vor dem Marathon vermutlich auch wieder erreicht. Hat beiden übrigens nicht gut getan...

Wasser predigen und Wein saufen

Das Negativbeispiel schlechthin stammt aus der DDR und hat mich über meine ganze Kindheit und Jugend begleitet. Erich Honnecker, der Staatsratsvorsitzende und Vorsitzender des Politbüros der SED betrieb nämlich meines Wissens nach gar keinen Sport. Nun, er war eben nicht umsonst doppelt Vorsitzender und nicht Vorlaufender. Nach neuester Geschichtsschreibung blieb er sogar im Auto sitzen um Karnickel zu schießen, was angeblich seine Lieblingsbeschäftigung war. Die Heckscheibe seines Autos konnte dafür heruntergekurbelt werden. Und das, obwohl man in der DDR quasi von der Wiege bis zur Bahre ständig gegängelt wurde irgendwelchen Sportvereinen beizutreten.

Diese Auflistung erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer weiß mehr? Schreibt uns Beispiele, wir sind gespannt darauf.

Viel Spaß beim Laufen! Ist doch die bessere Alternative, oder? :)

Ich verabschiede mich in den Sommerurlaub. Wir sehen uns zur zweiten Hälfte des NHC an der Startlinie!

Olaf