365 Tage ohne Schokolade - ein Selbstversuch - Resumé nach 100 Tagen

Foto: berwis_pixelio.de
Mein linkes Knie ist nicht eben meine Schokoladenseite. An welchen Strohhalmen man Klimmzüge übt, wenn die Sportverletzung nicht abklingen mag, sieht man daran, dass ich, dessen Untergang Schokolade sein wird, dieser abgeschworen habe. Vorerst. Entsäuerung lautete die Losung -  nicht die Lösung.
Alles begann mit einem Paket aus Moskau. Jedes Jahr um die Weihnachtszeit stopfen unsere russischen Freunde mehrere Kilogramm Schokolade und Konfekt in einen Karton und überrollen uns damit. Wer russische Schokolade kennt, weiß: Die haben das Zeug nur erfunden um uns unterzukriegen, und zu dicken Deutschen zu mästen. Mich zumindest, denn ich inhaliere das Zeug förmlich, es ist einfach das Größte in diesem Universum.



Kennt ihr das: An die Tankstelle fahren mit vollem Tank aber leerer Schokoriegelablage? Wenn der  Twixhalter von zerknitterten Hüllen überquillt aus denen man noch den letzten Krümel Schokolade herausschüttelt? Und dann karrt Weihnachten der Postbote mit der Sackkarre dieses Paket vor die Türe...


Am 31.12.2016 also schwor ich feierlich diesem Teufelszeug ab, in einer okkulten Zeremonie (bei der keine Tiere zu Schaden kamen). Meine Überlegung war: Jene Patellasehnenentzündung, dieser Schmerz der mein Knie am Laufen hinderte, könnte ja auch durch Übersäuerung hervorgerufen sein. Und Industriezucker in hoher Dosis = Übersäuerung. Dachte ich. Ist vielleicht auch richtig.
Vielleicht auch nicht, wie ich jetzt weiß.


Das Thema Säure/Basenhaushalt des Körpers ist für Sportler durchaus wichtig. Im Verlag Peter Jentschura ist eine sehr griffige, weil kurze, Broschüre zu dem Thema erschienen. Unter dem Titel "Sport ist wichtig, aber richtig!" wird, auch für Laien verständlich, zum Thema Übersäuerung ausgeführt: Sauer macht steif, Muskelkater, langsam, anfällig, schwach usw.. Nachvollziehbar ist: Gerade Bänder und Sehnen werden dann "spröde". Übersäuerung kann viele Ursachen haben: Zum einen Sport! Ja, denn Milchsäure, produziert beim Sport, ist eben Säure. Zum größten Teil jedoch wird der Säure/Basenhaushalt wohl durch Ernährung beeinflusst, und Industriezucker ist wahrlich kein basisches Lebensmittel.


So reifte der Entschluß, meinem Knie eine Schokoladendiät zu gönnen. Vielleicht war es auch eher eine Art Psychotrick gegen mich selbst: Du bekommst erst wieder Schokolade, wenn du schmerzfrei laufen kannst. Frei nach dem Motto: Der Schmerz ist nur in deinem Kopf (nicht in deinem Knie).


Hat das funktioniert? Wie fühlte sich dieser Entzug an? Bin ich wieder rückfällig geworden? Wer weiß...  Mehr dazu demnächst an dieser Stelle.


Eine tolle Laufwoche wünscht Euch


Olaf




Literaturempfehlung: Sport ist wichtig, aber richtig! Erschienen im Verlag Peter Jentschura