Was Laufen im Herbst so besonders macht

Im Sommer zieht es viele Sportler, vor allem natürlich die Läufer, hinaus an die frische Luft. Im Winter sieht das schon anders aus: man zieht bei all der Kälte und Dunkelheit doch eher das Sofa vor. Ein Sportpsychologe erklärt nun in einem Interview mit der Zeitschrift Stern, wie man das Laufen in der kalten Jahreszeit doch noch zu einem wertvollen Gut machen kann. Wir haben das Interview mit ihm für die Leser des Nordhessencup-Blogs zusammengefasst.

Bildquelle: Pixabay.

Wenn der Herbst kommt – und mit ihm die dunklen Tage -, dann überlegt sich mancher Läufer zweimal, ob er tatsächlich das Haus verlässt oder doch lieber in selbigem bleibt. Man wird während dieser Jahreszeit automatisch träge und zieht die heimische Gemütlichkeit vor. Sportpsychologe Michele Ufer rät gezielt dazu, sich selbst zu motivieren und das Laufen auch im Herbst und Winter zu genießen. 

Please, remember …

…das gute Gefühl, nach einem Lauf durch die Landschaft zurück nach Hause zu kommen. Man hat sich überwunden, dem eventuell schlechten Wetter getrotzt und etwas für seine Gesundheit getan. Laut Sportpsychologen wirkt sich das Laufen in der Natur positiv auf das Wohlbefinden der Menschen aus. Beim Auspowern in der Natur baut man mehr Stress ab als auf einem Laufband im Fitnessstudio, deshalb: ab an die frische Luft!

Die Sinne schärfen …

Man konzentriert sich in Herbst und Winter vielmehr auf Dinge, die man beim Laufen an hellen Sommertagen eventuell gar nicht wahrnimmt. Und es fällt einem viel mehr auf. Beispielsweise „ein Paar Katzenaugen, das plötzlich aufleuchtet“, beschreibt Ufer seine Erfahrungen. Auch Geräusche nimmt man plötzlich viel intensiver wahr. Man achtet in der Dämmerung und Dunkelheit verstärkt auf seine Umgebung – und bekommt automatisch viel mehr mit. Die Vögel, wie sie im Gebüsch im Laub herum hüpfen, die knackenden Äste in den Bäumen, die raschelnden Blätter … alles kommt uns auf einmal eindringlicher vor. Das macht auch die gewohnte Strecke plötzlich zu einem neuen Erlebnispfad. Und für alle Stadt-Läufer nicht zu vergessen: die weihnachtliche Beleuchtung in den Fenstern der Häuser während der Wintermonate… sie versetzt einen doch automatisch in eine besinnliche Stimmung.

Ziele setzen …

Es hilft alles nichts – jeder muss seinen inneren Schweinehund selbst überwinden. Und das kann auf unterschiedliche Weise funktionieren. Wichtig ist laut Ufer, das Laufen nicht als notwendiges Übel anzusehen, sondern als freudige Erfahrung und als etwas, das uns gut tut. Man kann dem Lauf beispielsweise eine Regelmäßigkeit verleihen, indem man ihn mit festen Terminen in seinen Wochenplan integriert. So gehört er irgendwann zum Leben wie das tägliche Zähneputzen. Ufer rät außerdem, sich individuelle Ziele zu setzen. Denkt man nämlich an seine Wunschfigur, das Steigern des Wohnbefindens oder die Gesunderhaltung seines Herzens, dann fällt einem das Laufen auch in den kalten Monaten gleich viel leichter.

Quelle: www.stern.de
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