11.06.17

Und er hat es wieder getan: Ulli Birkhahn vom TSV Obervorschütz auf dem "langen Kanten"

Nur noch 73,5 Km bis ins Ziel
Sie sind die Könige des Rennsteigs: Die Ultraläufer von Eisenach bis Schmiedefeld. Ulli Birkhahn vom TSV Obervorschütz war auch wieder dabei, trotz Beschwerden beim Vorbereitungstraining. Hier seine Story vom Rennsteig Ultramarathon.



Petrus ist ein Rennsteigläufer

Entgegen aller Wetterprognosen und nach den Regeneskapaden und Gewittern der letzten Tage: Heute gibt's Laufwetter wie gemalt. In aller Herrgottsfrühe versammeln wir Supermarathonis uns auf dem Marktplatz in Eisennach, es ist 5:40 Uhr, also 20 Minuten vor dem Startschuß.
Jetzt noch einen letzten Check: Passt die Kleidung heute? Ist und der Trinkrucksack mit allem Wichtigen für unterwegs gepackt? Dann noch den Kleiderbeutel für das Ziel Schmiedefeld beim Transportfahrzeug der Post abgeben. So wie die letzten Jahre treffe ich, 10 Minuten bevor es losgeht, Dirk, einen Supermarathoni aus Kassel. Das ist schon Ritual: Um uns gegenseitig Glück und einen guten Lauf zu wünschen. Im vergangen Jahr sind wir uns zufällig nochmal auf der Strecke, so bei ca. Kilometer 40 über den Weg gelaufen, was für ein Zufall!



Los geht's auf 73,5 km

Punkt 6:00 Uhr Startschuss und 73,5 km vor mir. Eine super Atmosphäre begleitet die Supermarathonis durch die Fußgängerzone von Eisenach und nach gut einem Kilometer geht es schon bergauf in den Wald hinein. Jetzt locker bleiben, nicht auflaufen und auf die Wurzeln sowie Stolpersteine achten, damit die ersten 25,5 km bergauf bis zum Inselsberg, also über 700 Hm weiter, gut verlaufen.
Trotz reduzierterem Trainingsumfang in der Vorbereitung gegenüber den Vorjahren und den muskulären Problemen, die ich vor dem Hamburg Marathon bekommen hatte, lief ich relativ locker und hatte ein tolles Laufgefühl. Ziel war heute sowieso nur gesund ins Ziel zu kommen.
Die über tausend Meter bergab nach dem höchsten Punkt auf dem Inselsberg ging ich überwiegend aufgrund des starken Gefälles, um die Knie und Beine nicht über zu beanspruchen. Mit toller Zuschauerunterstützung ging es weiter über die Stationen Grenzwiese zur Ebertswiese (km 37,5). Etwas mehr wie die Hälfte war nun geschafft und wie in jedem Jahr wurden die Läufer übers Mikro herzlich begrüßt und die Verpflegung war wieder klasse. Etwas läuferuntypisch, unter anderem mit Würstchen, aber das ist eben der Rennsteiglauf, für jeden etwas dabei!



Wie schafft man sowas nur?

Da ich den Lauf gedanklich immer in Etappen laufe, war nun der Grenzadler (oberhalb des Skistadions von Oberhof) bei km 54,7 das nächste Ziel.
Denn wie motiviert man sich nach fast 26 km bergauf für die dann nur noch rund 47 Km bis ins Ziel nach Schmiedefeld. Trotz der tollen abwechslungsreichen Strecke durch die wunderschöne Natur und dem herzlichen Zuschauerzuspruch immer wieder eine Herausforderung der besonderen Art.
Nach der Stärkung mit Nutellabrot, Banane mit Salz und einem Getränkemix Cola-Tee-Wasser ging es weiter über Großer Beerberg (fast 1.000m) nach Schmücke, wo bei km 64,8 wiederum ein gut bestückter Verpflegungsstand die Kraft für die letzten rund 9 km geben sollte. Da es nun im Wesentlichen nur noch bergab ging, hieß es jetzt nur keine Krämpfe bekommen. Mein bisheriger Salzkonsum sollte jedoch dafür gesorgt haben, dass es auch auf den letzten Kilometern locker weiter lief. Bei km 70 konnte ich schon die Stimmung im Stadion in Schmiedefeld erahnen, denn es hallte schon kräftig den Berg hinauf und in den Wald hinein.



Im schönsten Ziel der Welt: Schmiedefeld

Der letzte Kilometer war dann wie immer ein Genuss, geprägt durch permanente aufmunternde Anfeuerung an der Strecke und dann der Zieleinlauf ins Stadion bei toller Musik und Beifall von rechts und links. Nach etwas mehr als 9 Stunden glücklich und vor allem gesund gefinisht und die Gewissheit, in 2018 wieder dabei zu sein. Mit einer besseren Vorbereitung dann vielleicht wieder mal unter 8 Stunden, wie in 2014 uns 2015. Dieser Lauf hat es in sich und fasziniert einfach...






Vielleicht sieht man sich 2018 im schönsten Ziel der Welt: In Schmiedefeld


Ulli

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen