Reisebericht: Drei Tage in Südkorea

Am Rasthof
Überraschend wurde ich auf eine Dienstreise geschickt. Nach Südkorea! Vier Tage vorher einen Flug zu buchen ist erstaunlicherweise noch möglich. Natürlich bekommt man keinen Direktflug mehr, so standen ein Zwischenstop in Helsinki, Istanbul, Moskau und Dubai zur Wahl. Ein günstiges und schnelles Angebot war das von Finnair über Helsinki für ca. 900 Euro in nur 13 Stunden. Der Abflug erfolgte mittags ab München, so dass man morgens um ca. 8 Uhr koreanischer Zeit in Seoul (gesprochen Soul) angekommen. Trotz nur 3 Stunden Schlaf im Flieger fühlte ich mich richtig fit. Da mein Geschäftstermin in der Millionenstadt Daejeon (gesprochen Dädjschon) ist, nahm ich den Expressbus für 17 Euro / 2 ½ Stunden. Auf der Fahrt konnte man gut einen ersten Eindruck bekommen. In Südkorea ist wie in Deutschland seit einem knappen Monat Frühling: Angenehme
Hochäuser mit Wohnungen bei Seoul
Temperaturen von bis zu 20 Grad in der Sonne und die Kirschbäume blühen. Laut den Einheimischen ist das eine gute Zeit, weil es im Sommer viel regnet und Südkorea auch oft Probleme mit Staub hat der von China hergeweht wird. In der Umgebung von Seoul wird gerade viel Meer zur Landgewinnung trockengelegt. Gebaut werden riesige Siedlungen mit Hochhäusern. Die Wohnung im Hochhaus scheint das Einfamilienhaus der für die Koreaner zu sein. Danach sehe ich viel Industrie und anschließend viel Landwirtschaft. Der Verkehr auf den 6 streifigen Straßen scheint fast nur aus LKW zu bestehen und wie wild wird mal rechts und mal links überholt. Alles ist sehr sauber und irgendwie erinnert mich Landschaft und die Flora an Norditalien. Auf einem Rasthof wurde ich als Europäer von vielen Einheimischen sehr freundlich begrüßt, obwohl sie mich nicht kannten und wir gegenseitig kein Wort verstanden.

Expo-Tower
Daejeon liegt in der Nähe von einigen mittelhohen Bergketten. Alles ist sehr westlich geprägt, wenn nicht die Sprache und die Schriftzeichen wären, könnte man sich auch in einer europäischen oder amerikanischen Großstadt befinden. Schließlich konnte ich mittags schon den Kunden besuchen. Als Unterkunft wurde mir das Hotel Lotte City gebucht, etwas außerhalb, nahe des Expo Geländes von 1993. Also abends schnell die Laufschuhe an und einen Erkundungs- und Sightseeing-Jogging gemacht. Am Fluss gibt es einen Fahrradweg und Fußgängerweg, etwas in die Jahre gekommen aber gut brauchbar. Der Belag ist durchgehend aus Kunststoff (so wie auf dem Sportplatz, nur etwas weicher). Anschließend ging es über die Brücke zum Expo-Gelände,
Hochhäuser und Hotels am Expo-Gelände
auf dem 1993 die Weltausstellung stattfand. Alles ist immer noch in gutem Zustand und viele der Pavillons der Länder sind zum Teil noch vorhanden. Zum Beispiel findet man am Fluss eine holländische Windmühle mit vielen Tulpen drumherum. Weiter ging es am Kulturzentrum vorbei mit einigen Fotostopps. Der Park mit der Sammlung exotischer Pflanzen (Arboretum) ist leider abends geschlossen. Überall gibt es Wege für Fußgänger und man fühlt sich sicher (trotzdem habe ich immer Personalausweis, Kreditkarte und Hotelkarte dabei), einzig an Ampeln muss man schon mal 2-3 min warten. Danach laufe ich nochmal am Fluss entlang, es ist jetzt sehr schnell dunkel geworden.

Ausblick beim Frühstück
Nach einer guten Nacht ohne große Probleme mit Jetlag ging es zum Frühstück im 18 Stockwerk des Hotels. Bei dieser tollen Aussicht frühstückt man gerne und spart sich gleichzeitig den Besuch des Expo-Towers. Apropos essen: gestern Mittag waren wir im angeblich besten Restaurant der Stadt: Muschelsuppe mit Nudeln und gebratenes Schweinefleisch als Vorspeise. Nach einem erfolgreichen Arbeitstag mit grandiosem Mittagessen (auf dem Fußboden) wurde ich abends noch eingeladen. Daher musste ich meinen nächsten Lauf auf den morgen verschieben.

Am nächsten Morgen musste ich mir schon die Busfahrkarte für die Rückreise besorgen, im Internet
Park
wurden leider nur koreanische Kreditkarten angenommen. Daher bin ich zu Bushaltestelle und zurück gejoggt. Die Koreaner scheinen keine Frühaufsteher zu sein, jedenfalls sind um 6:30 Uhr die Straßen alle noch wie leergefegt.

Nach einem weiteren Arbeitstag hatte ich dann nachmittags frei. Ich habe die Gelegenheit genutzt, ein Fußbad in einer heißen Quelle (43° C) zu nehmen und anschließend zum Hotel zu gehen. Keine so richtig gut Idee, denn mit den aufgeweichten Füßen habe ich mir glatt ein paar Blasen gelaufen. Aber ein Läufer kennt keinen Schmerz und daher bin ich dann abends noch in den Wald gejoggt. Während Daejeon in einer Ebene liegt, sind die Hügel drum herum recht steil und man kann in Pinienwäldern
Fussbad
enge steile Pfade, teils mit Treppen erkunden. Auf dem Berggipfel wurde ich von einem koreanischen Unterstand belohnt, leider war die Aussicht von hochgewachsenen Bäumen versperrt. Zurück ging es dann durch ein schönes Wohngebiet mit Einfamilienhäusern ins Hotel.

Morgen früh geht es dann zurück nach Deutschland - im Nachhinein wirklich sehr schade, dass ich dieses gastfreundliche, saubere und moderne Land so schnell wieder verlassen muss.
Eines der verschiedenen Stadtzentren

Steiler Pfad im Pinienwald
  
Aussichtsturm/Unterstand im koreanischen Stil
  
Wohnhäuser, aber die meisten wohnen im Hochhaus
  
Mittagessen