Laufen – wenn aus dem Hobby eine Sucht wird

Sport, speziell Laufen, ist gesund und hält fit, so viel ist sicher. Aber wie bei den meisten Dingen gilt auch hier: in Maßen genießen. Doch es gibt Menschen, die sich dem Sport so sehr verschreiben, dass sie ohne ihn nicht mehr leben können und sich langfristig sogar damit schaden. Wir haben über das Thema gelesen und einige Fakten für euch zusammengefasst.

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Läufer sind aktiv, gesund, kreativ und lebensfroh. Viele, die das Laufen anfangen, machen durchweg positive Erfahrungen, spüren regelrecht, wie nach einer Sporteinheit die Glücksgefühle in ihnen hochsteigen. Doch was passiert, wenn diese Endorphine süchtig machen?

Wenn Bewegungsdrang zum Zwang wird


Begeisterte Sportler können immer Sport machen, egal wann und egal wo. Auch wenn sie krank sind und sich eigentlich ausruhen sollten. Doch viele stehen viel zu früh wieder auf und spulen ihr Training ab. Sie verspüren dabei eine Art Zwang, der sie zur Bewegung drängt. Laufen ist dabei auf Platz 1 der Sportarten, die das größte Suchtpotenzial ausweisen.

Vergleichbar mit Sucht nach Drogen


Wie beispielsweise bei einer Alkoholsucht können auch Sportsüchtige ihr Verhalten nicht mehr steuern. „Wenn jemand verletzungsbedingt pausieren muss, stellen sich körperliche und psychische Entzugserscheinungen wie Unruhe, Magen-Darm-Probleme oder Schlafstörungen ein“, sagt Robert Gugutzer, Sportpsychologe aus Frankfurt. Die Gedanken kreisen immer um den Sport, auch in Situationen, in denen gerade nicht trainiert wird. Gugutzer: „Das sind allerdings allgemeine Kriterien, die auch für Alkohol- und Drogensucht gelten“.

Was tun gegen Sportsucht


Professor Karl-Jürgen Bär vom Uniklinikum Jena rät, bei der Therapie von Sportsüchtigen vor allem die Gesundheitsschädigung zu thematisieren. Die Sportler sehen nur die positiven Seiten ihres Verhaltens und blenden die negativen Auswirkungen aus. Es müssten außerdem auch „Alternativvorstellungen im Sport entwickelt werden“, damit die Süchtigen lernen, sich nicht nur auf die Leistungssteigerung zu konzentrieren. Der Experte ist aber auch der Meinung, dass eine „vollständige Abstinenz“ nicht nötig sei. Die Sportler sollten nur die Kontrolle über ihr Training wiedererlangen, unterstützt durch strukturierte Pläne inklusive Pausen.

Quellen: www.tagesspiegel.de / www.aerztezeitung.de
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