08.12.16

Was ist dran an den bekannten Sportmythen?

Wer viel schwitzt, ist nicht gut in Form, Reden beim Joggen führt zu Seitenstechen und kalte Luft ist schlecht für die Lunge - das sind nur drei von vielen Mythen, die rund um das Thema Sport kursieren. Doch was steckt wirklich hinter diesen Behauptungen? Wir haben für Sie hinter die Fassade von 7 Sportmythen geschaut.

Bildquelle: Pixabay.



Gerüchte sind schnell verbreitet und aufgrund von Unwissenheit glaubt man schnell vieles, was andere sagen. Deshalb ist vielleicht der ein oder andere auch der Meinung, dass man Krankheiten durch Sport ausschwitzen könnte. Ob das stimmt?

Mythos 1: Durch Sport kann man Krankheiten ausschwitzen


Das stimmt nicht. Wer während einer Krankheit trainiert, belastet den Körper zusätzlich und kann auf diese Weise sein Herz schwächen. Strapazen im kranken Zustand können sogar bis zum Herztod führen. Bei allem, was einen Schnupfen übertrifft, sollte man sich lieber auskurieren, bevor man wieder körperlich aktiv wird. Ein guter Richtwert ist der eigene Puls – liegt dieser 3 bis 5 Schläge über dem Normalwert, ist Ausruhen angesagt.

Mythos 2: Sport auf nüchternen Magen ist ungesund


Das ist so nicht richtig. Ungesund ist morgendliches Training auf nüchternen Magen grundsätzlich nicht. Wie fit man nach dem Aufstehen ist, hängt von der jeweiligen Person ab. Manche sind sofort aktiv, anderen fällt der Start in den Tag etwas schwerer. Interessant ist, dass der Körper sowohl morgens auf nüchternen Magen als auch abends, nachdem man bereits den Tag über gegessen hat, Fett verbrennt. Morgens greift er dann aber eher auf die Fettreserven zurück, abends auf die Kohlenhydrate, um Energie zu gewinnen.

Mythos 3: Sport fördert die Konzentration


Dieser Mythos ist eine Tatsache. Studien attestieren dem Sport eine konzentrationsfördernde Wirkung. Auch das Lernen klappt besser. Fitte, bewegungsfreudige Menschen können effektiver arbeiten als Zeitgenossen, die lieber auf dem Sofa sitzen. Ein Forschungsteam des Leibniz-Instituts an der TU Dortmund bestätigte, dass regelmäßige sportliche Betätigung dabei hilft, Stress abzubauen und psychischen Belastungen und Erkrankungen vorzubeugen. 

Mythos 4: Wer viel schwitzt ist schlecht in Form


Das ist nicht richtig. Wie viel man schwitzt hängt einzig und allein von den einzelnen Personen ab und hat nichts mit der Fitness zu tun. Oft schwitzen Übergewichtige Menschen mehr als dünne. Bei Sportlern, die im Training sind, verdampft der Schweiß oft direkt auf der Haut und kühlt sie. Interessant ist auch die Zusammensetzung des Schweißes: Menschen, die fit sind, verlieren mehr Wasser und weniger Elektrolyte.

Mythos 5: Kalte Luft schadet der Lunge


Das stimmt nur bedingt. Der Lunge eines gesunden Menschen kann kalte Luft nichts anhaben. Allerdings ist das Einatmen kalter Luft unangenehm und reizt Bronchien und Lungengefäße besonders. Dagegen helfen beispielsweise langsameres Training oder ein Schal vor dem Mund. Aufpassen müssen aber auch gesunde Menschen, sobald die Temperatur auf unter minus 15 Grad sinkt: ab diesem Zeitpunkt hat der Körper keine Möglichkeit mehr, die Luft vom Einatmen bis zur Ankunft in der Lunge ausreichend zu erwärmen.

Mythos 6: Gegen Muskelkater hilft Bewegung


Dieser Mythos trifft zu. Bei Muskelkater handelt es sich nach Erkenntnissen von Sportmedizinern um winzige Muskelfaserverletzungen, die schmerzhafte Nervenreizungen und Entzündungen hervorrufen. Durch lockeres Training können die Stoffe, die zu diesen Symptomen führen, abgebaut werden.

Mythos 7: Seitenstechen kommt durch falsches Atmen


Seitenstechen? Während des Sports mal wieder zu viel gequasselt, was? Nein, falsche Atmung aufgrund von Sprechen während sportlicher Betätigung ist nicht der Grund, weshalb es uns manchmal unangenehm im Oberkörper zieht. Seitenstechen kann viele Ursachen haben, zum Beispiel zu schnelles Atmen. Weiter wird vermutet, dass sich das Zwerchfell verkrampft und sticht, sobald eine Sauerstoff-Unterversorgung besteht. Um schnelle Abhilfe gegen das Stechen zu schaffen, helfen langsameres Tempo und bewussteres Atmen oder die geballte Faust auf die schmerzende Stelle zu drücken.


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