Off-Season: Warum sportliche Abwechslung durchaus gut tun kann

Bloggen ist eigentlich eine ganz einfache Übung: schreibe etwas über Erlebnisse, die du gerne mit Gleichgesinnten teilen möchtest. So funktioniert auch der Nordhessencup-Blog. Mein ganz persönliches Problem: seit geschlagenen fünf Monaten – der letzte echt NHC-Lauf war doch tatsächlich am 15. Juli (!) – kam kaum noch eines hinzu. Selbst mein Ideenpool aus Geschichten am Rande der Abschlussveranstaltung neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. In einem vorläufig letzten Kurzinterview mit Martina Schaake vom LT Wolfhagen ging es dabei genau um dieses neudeutsch „Off-Season“ genannte Phänomen.

Denn erst kürzlich habe ich in einer Fachzeitschrift gelesen, dass mein seit Jahren erklärtes - und dank zahlreicher Erkältungen selten erreichtes - Hauptziel des Durchlaufens im Winter aus Expertensicht eigentlich gar nicht erstrebenswert ist. Genau diese von mir bislang eher als „Loch“ empfundene Zeit soll wichtig für Körper und Geist sein. Der tiefere Sinn. Konkret: „Muskulär und mental ausgeruht nach drei bis fünf Wochen wieder in Training einsteigen, um das„Wieder-heiß“-Lustgefühl neu zu entfachen“, rät beispielsweise Laufexperte Piet Koennicke. Die Angst vor dem Verlust der eigenen Form ist demnach unbegründet, da dies frei von Verletzungen sogar eher zu einer Frischzellenkur führen soll.
Von daher habe ich in den letzten Woche unbewusst sogar einiges richtig gemacht. Denn mit knapp 40 Lenzen habe ich nach einigen Jahren Pause vor Kurzem doch glatt aus Langeweile wieder mit einem längst in Vergessenheit geratenen Hobby begonnen, dem Hockey spielen. Eine komplett andere Belastung als mein - nüchtern betrachtet – wenig abwechslungsreiches Training in Form unzähliger Läufe über 10 bis 15 Kilometer im 6er Schnitt. Und tatsächlich: ich fühle mich in diesem Jahr fitter denn je. Und bis jetzt hat mich auch die Erkältungswelle noch nicht erwischt. Von daher könnte in der Tat etwas dran sein.


Martina und ich in Niederelsungen. Im nächsten Jahr wird sie hoffentlich auch unser Zielbanner wieder einmal aktiv durchlaufen.



Aber zurück zu Martina: ich wollte von ihr wissen, was sie  als Expertin in dieser ereignislosen Zeit so treibt. Ihre Antwort ging in eine ähnliche Richtung: „Ich fahre nächste Woche mit einigen Mädels der LT nach Sylt zur aktiven Erholung“. Neben regelmäßigen Thermebesuchen sollte dabei aber natürlich auch gelaufen werden, um frische Luft zu tanken. Martina weiter: „Das machen wir jetzt schon das dritte Jahr in Folge“. Und was kommt danach? „Nach einem Jahr Pause auf jeden Fall  wieder die Vorbereitung auf den Nordhessencup“. Diese Info haute mich leicht aus den Socken: "Miss Laufteam Wolfhagen" hat im letzten Jahr wirklich keinen einzigen Lauf absolviert? Ein Blick auf die nackten Zahlen unter www.nordhessencup.de belegt diese Ungeheuerlichkeit: trotz regelmäßiger Anwesenheit war sie in diesem Jahr im NHC komplett inaktiv. Martina klärt auf: „Ich hatte leichte gesundheitliche Probleme und war daher 2016 vor allem mit dem Rad unterwegs“. So unter anderem beim Rennradmarathon „Schwarzwald super“ über 105 Kilometer mit mehr als 3.000 Höhenmetern. Und dämmert es auch mir: Ich habe sie war zwar in der Tat häufiger vor Ort gesehen, meist aber im schnittigen Rad-Dress zur Unterstützung ihres Teams. Und genau das steht für mich für einen weiteren Reiz des Nordhessencups. Denn es geht nicht nur um schnelle Zeiten, sondern eben auch um Gemeinschaft.
Auch 2017 peilt sie trotz Rückkehr in den NHC zusätzlich wieder einen Radmarathon an. Dann soll es an Pfingsten ins gar nicht so weit entfernte Radmarathon-Mekka nach Bimbach in der Rhön gehen. Hier habe ich mich selbst auch vor einigen Jahren schon mehr schlecht als recht über die 115 Kilometer gequält, Martina hat sich sogar die 180 Kilometer vorgenommen. Höhe, schneller und weiter geht es also immer.
Übrigens: Einige Schnappschüsse der mittlerweile schon wieder fünf Wochen zurückliegenden Sylt-Reise habe ich zwischenzeitlich auch auf Martinas Facebook-Profil entdecken können. Und Sie hat Recht: das sieht wirklich nach aktiver Erholung aus, Nachahmen auf jeden Fall empfehlenswert.
Schöne Weihnachten & einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht
Thorben